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Behandlungsformen der Psychotherapie

Was und Wofür?

Im Vordergrund einer jeden Behandlung stehen Heilung oder Linderung der Beschwerden oder das Aufhalten von Verschlimmerung bzw. auch die Krankheitsbewältigung als solche. Ziel einer tiefenpsychologischen Behandlung ist die Bearbeitung umschriebener Konflikte. 


Eine psychoanalytische Behandlung dagegen rückt mehr die Einbettung der Erkrankung in die Persönlichkeitsstruktur in den Focus und orientiert stärker auf Veränderungsmöglichkeiten in der gesamten Persönlichkeit.

Hierbei geht es auch um die Anregung der Fähigkeit zur Selbstanalyse. In beiden Verfahren geht es um das Aufdecken und Verstehen unbewusster Zusammenhänge zwischen inneren und äußeren Faktoren sowie körperlichen und/oder psychischen Beschwerden.

Behandlungs­gegenstände sind

  • depressive Störungen
  • affektive Störungen
  • phobische und andere Angststörungen
  • psychosomatische Erkrankungen
  • Reaktionen auf schwere Belastung
  • Anpassungsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen

Theoretischer Hintergrund

  • Das Unbewusste

    In der Psychoanalyse geht man davon aus, dass es neben den bewusst zugänglichen Teilen unserer Seele auch sogenannte unbewusste Anteile gibt, die ihre Wirkung auch ohne unser bewusstes Zutun (z.B. Denken und Reflektieren) entfalten. In der Regel nehmen wir die meisten Informationen unbewusst (in Bruchteilen von Sekunden) auf und diese beeinflussen dann sowohl unser inneres Erleben als auch unser äußeres Handeln. So erwerben wir bereits in der Kindheit im Umgang mit unseren Bezugspersonen Verhaltensmuster, die automatisiert werden und damit nicht mehr bewusstseinspflichtig sind.

  • Die Übertragung

    Wir alle lernen eine bestimmte Art und Weise der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen, bewerten und speichern diese sehr subjektiv ab. Die sich in der Kindheit entwickelnden "Beziehungsmuster" entstehen in der Auseinandersetzung mit unseren Eltern und/oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Aufgrund dieser Erfahrungen neigen wir später dazu, jene "Beziehungsmuster" im Kontakt mit anderen Menschen wieder zu beleben. Daher werden sich diese Muster auch in der Beziehung zum Psychotherapeuten "wiederholen" (Übertragung). Dies passiert in der Regel unbewusst. Hauptanliegen der Therapie ist es, solche Muster aufzudecken und diese einer bewussten Veränderung zugängig zu machen. Daraus resultiert meist eine größere Breite und Flexibilität im Verhalten.

  • Zeitverschobenheit

    Jedes in der Kindheit entwickelte Verhaltensmuster macht zu diesem Zeitpunkt Sinn und wird deshalb ins Verhaltensrepertoire einer Person aufgenommen. Der Mensch kommt im Normalfall mit diesem Verhalten recht gut durchs Leben. Manchmal gibt es jedoch Situationen, in denen dieses Verhalten zwar angewandt wird, aber nicht mehr zum gewünschten Zweck führt, weil es längst unpassend geworden ist und daher Schwierigkeiten verursacht. Wir könnten das Verhalten auch mit einem Mantel vergleichen, den wir uns in kalten Zeiten sinnvoller Weise zugelegt haben. Wenn wir mit ihm dann aber auch im Hochsommer herumlaufen, werden wir ihn aber als hinderlich empfinden. Da unser Verhalten aber als Muster "eingebrannt" ist, kann es nicht so ohne weiteres abgelegt werden. Die Wurzel unseres Musters liegt also weitaus früher (Kindheit), der krankmachende Effekt dagegen entsteht erst in der Gegenwart. Solche Zusammenhänge werden aufgespürt bzw. "bewusst gemacht", neues passenderes Verhalten kann entwickelt werden.